Schulbegleitung & Klassenassistenz
Die Arbeitsgruppe Schulbegleitung & Klassenassistenz im KNAIB beschäftigt sich mit der Entwicklung praxisnaher Bildungsangebote für Schulbegleitungen und Klassenassistenzen.
Schulbegleitungen und Klassenassistenzen leisten einen wichtigen Beitrag dazu, Kindern und Jugendlichen eine selbstbestimmte Teilhabe am schulischen Alltag zu ermöglichen. Dabei treffen in der Praxis sehr unterschiedliche berufliche Hintergründe und Qualifikationen aufeinander. Genau hier setzt die Arbeit der Arbeitsgruppe an.
Die Arbeitsgruppe verbindet pädagogische, pflegerische und lerntherapeutische Perspektiven. Sie prüft Inhalte, Lernergebnisse, Praxisbezug und die Grenzen des Assistenzauftrags.
Mitglieder der Arbeitsgruppe:
- Anja Carstens (Master of Arts, Educational Sciences)
- Catarina Remelgado da Silva (Master of Education)
- Christian Altmann (Bachelor of Arts Pflegemanagement und Pflegewissenschaft, Fachkrankenpfleger für Anästhesie- und Intensivpflege)
- René Rodrigues Graca (Master of Education)
Koordination der Arbeitsgruppe:
- Kira Nordmann (Mitglied im Vorstand des KNAIB e. V.)
Ziel ist es, Schulbegleitungs- und Assistenzkräfte unabhängig von ihrer jeweiligen Grundausbildung gezielt für ihre konkrete Aufgabe zu qualifizieren und in ihrer Handlungssicherheit zu stärken. Vorhandene berufliche Kompetenzen sollen dabei nicht ersetzt, sondern um diejenigen Kenntnisse und Fähigkeiten ergänzt werden, die für ein sicheres, teilhabeorientiertes und reflektiertes Handeln im schulischen Umfeld erforderlich sind.
So können Pflegefachpersonen beispielsweise zusätzlich pädagogische und teilhabebezogene Kenntnisse benötigen, um Kinder und Jugendliche im Schulalltag angemessen zu begleiten, Selbstständigkeit zu fördern und ihre Rolle gegenüber Schule und weiteren Beteiligten sicher wahrzunehmen. Pädagogische Fachkräfte oder Quereinsteiger:innen können dagegen – abhängig vom Unterstützungsbedarf des begleiteten Kindes – zusätzliche Kenntnisse zu gesundheitlichen und pflegerischen Anforderungen sowie zum sicheren Handeln in Notfallsituationen benötigen.
Ausgehend von diesen unterschiedlichen Qualifikationsprofilen sollen Bildungsangebote entstehen, die vorhandenes Wissen berücksichtigen und ergänzende Kompetenzen bedarfsgerecht aufbauen.
Entwicklung eines Curriculums
Ein zentraler Arbeitsschwerpunkt ist die Entwicklung eines Curriculums mit derzeit rund 147 Unterrichtseinheiten. Das Curriculum befindet sich noch in Erarbeitung und fachlicher Abstimmung. Umfang, Gewichtung und Ausgestaltung der Inhalte können im weiteren Entwicklungsprozess auf Grundlage fachlicher Rückmeldungen noch angepasst werden.
Die Inhalte des Curriculums werden sechs zentralen Handlungsfeldern des schulischen Assistenzalltags zugeordnet. Im derzeitigen Arbeitsstand sind darin folgende Themen vorgesehen:
Die Themen orientieren sich damit unmittelbar an den derzeit vorgesehenen Fachmodulen des Curriculums.
Fachliche Grundlagen sollen konsequent mit praxisnahen Fallsituationen verbunden werden. Neben den Fachmodulen sind deshalb eigenständige Fallmodule vorgesehen, in denen unterschiedliche Situationen und Anforderungen des schulischen Assistenzalltags aufgegriffen werden. Der Praxistransfer unterstützt dabei die Übertragung der erarbeiteten Inhalte auf konkrete Zuständigkeiten, Verfahren und Rahmenbedingungen des jeweiligen Einsatzortes.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt darauf, die eigene Rolle sicher einzuordnen, Zuständigkeiten zu klären und fachliche Grenzen zu erkennen. Schulbegleitung und Klassenassistenz sollen notwendige Unterstützung ermöglichen, ohne Eigenaktivität, Selbstständigkeit und soziale Beteiligung der begleiteten Schüler:innen unnötig einzuschränken. Ebenso wichtig sind eine verlässliche Zusammenarbeit mit Lehrkräften, Eltern, Träger:innen und weiteren beteiligten Fachkräften sowie ein sicheres Handeln in Schutz-, Krisen- und Notfallsituationen.

